Großes Interesse an Aufgaben, Rechten und Alltag der Polizei

 Wasserburg – „Wie funktioniert die Polizei in Deutschland?“, „Was ist im Rahmen der Polizeiarbeit erlaubt?“, „Welche Rechte gibt es bei Polizeikontrollen?“, „Was passiert nach einer Straftat?“ – Diese und viele weitere Fragen waren kürzlich Thema im Unterricht an unserer Schule.

Wieder einmal haben wir die Möglichkeit genutzt, eine Expertin von außen einzuladen. Polizeihauptmeisterin Magdalena Schäuble, Jugendbeamtin der Polizeiinspektion Wasserburg, besuchte die beiden sogenannten „internationalen Klassen“ der Schule. Die Schülerinnen und Schüler dieser Vorklassen stammen aus den verschiedensten Herkunftsländern und bereiten sich auf den qualifizierten Mittelschulabschluss oder den Mittleren Schulabschluss vor, um mit einem solchen deutschen Schulabschluss dann gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder für eine weiterführende Schullaufbahn zu bekommen.

Sicherlich fällt schon vielen Schülerinnen und Schülern, die in Deutschland aufgewachsen sind, die Beantwortung obengenannter Fragen an der ein oder anderen Stellen nicht so leicht. So ist es für junge Menschen, die erst seit kurzem in Deutschland sind, sicherlich noch schwieriger, sich im Dschungel der rechtlichen Regelungen des neuen Heimatlandes zurechtzufinden.

Daher war es wenig überraschend, dass die Schülerinnen und Schüler äußerst großes Interesse an dem Expertenvortrag hatten und im Anschluss sehr viele weiterführende Fragen stellten. Frau Schäuble ging in ihrem Vortrag darauf ein, welche Regelungen für die Polizeiarbeit gelten und welche grundsätzlichen Aufgaben die Polizei hat. Grundsätze wie „Gleiches Recht für alle“, die Hauptaufgaben der Polizei wie Hilfe bei Gefahr, Verhinderung und Aufklärung von Straftaten und die Grundregel, dass die Polizei niemanden verurteilen darf, wurden ebenso thematisiert, wie die Trennung von Religion und Staat und das Gewaltmonopol des Staates. Nach Informationen zu Ablauf und rechtlichen Regelungen bei einer Festnahme konnten die Schülerinnen und Schüler dann noch selbst aktiv werden und in einem Rollenspiel als Vertreter der Staatsanwaltschaft, der Polizei, in Täter- bzw. Opferrolle und als Richter auftreten.

Dieser Expertenbesuch machte die abstrakten Konzepte „Polizei“ und „Staatsgewalt“ für die Schülerinnen und Schüler der internationalen Klassen durch die Gespräche mit der Polizeihauptmeisterin sehr gut greifbar und war sichtlich eine Bereicherung des Unterrichts.