Abschied vom alten FOSBOS-Gebäude für fächerübergreifendes Projekt genutzt:
Kunst und Mathematik, Schüler aus verschiedenen Klassenstufen? Das geht doch alles nicht zusammen! Weit gefehlt: Ein besonderes Projekt an der FOSBOS Wasserburg brachte das alles nicht nur unter einen Hut, sondern führte zu einer sehr produktiven Zusammenarbeit, die den Umstand, dass das alte Schulgebäude seine letzten Tage erreicht hat, kreativ nutzte.
Das bisherige Schulgebäude der FOSBOS Wasserburg wird in Kürze abgerissen und durch einen modernen Neubau ersetzt. Diese besondere Situation brachte die Lehrkräfte Wibke Miersch-Török (Kunst) und Michael Brunnhuber (Mathematik) auf eine außergewöhnliche Idee: Sollte man die Gelegenheit nicht nutzen und ein Stück Wand zur kreativen Gestaltung freigeben? Genauer gesagt: Es sollte ein von der Schulleitung genehmigtes, legales Graffitikunstwerk entstehen.
Es ging hier nicht darum, dass Schüler einfach spontan statt auf einem Schmierblock sich nun auf einer Wand austoben würden, sondern es sollte schon etwas Besonderes werden, etwas mit Botschaft, etwas, was die Kombination der Fächer Mathematik und Kunst, denn diese Unterrichtsfächer waren betroffen, zu etwas Außergewöhnlichem vereint.

Insgesamt neun Schüler aus der 11. Klasse und der Vorklasse machten sich ans Werk. In der Sommerhitze kurz vor den Ferien arbeiteten sie in ihrer Freizeit an dem Projekt mit. Es gab wenige, aber klare Vorgaben: Das Endprodukt sollte Reminiszenzen an den Streetart-Künstler Banksy und an den niederländischen Grafiker M.C. Escher enthalten. Banksy ist dafür berühmt, bekannte Motive und Bilder zu modifizieren und damit eine oft alternative Sichtweise auf gesellschaftliche Themen darzustellen. Dabei erstellt er seine Kunstwerke mit Hilfe von Schablonen („Schablonengraffiti“) was auch von den Schülern versucht werden sollte und schließlich bei der Figur David auch umgesetzt wurde. Escher arbeitete mit perspektivischen Unmöglichkeiten, optischen Täuschungen und unmöglichen Figuren. Eine Vorgehensweise dabei ist die Darstellung von geometrischen Formen, die sich schrittweise in organische Formen verwandeln, womit der Bogen zur Mathematik hergestellt ist.
Die beteiligten Schüler gingen äußerst kreativ und engagiert ans Werk und so kam ein überzeugendes Kunstwerk zustande.
Dieses Bild, etwas versteckt im Innenhof der „alten“ FOSBOS zu finden, bietet viel Raum für Interpretation und besondere Details. Im nun neuen Schuljahr ist es den Klassen noch bis Allerheiligen zugänglich und wird in manchen Klassen im Unterricht zum Unterrichtsinhalt. So wird einfach mal abseits herkömmlicher Lehrpläne ein klein wenig Zeit für den Blick über den Tellerrand genutzt.
Eine kurze Interpretation des Ergebnisses (siehe Foto): Die Figur links ist die Anspielung auf Banksy. Sie stellt David dar, der gegen Goliath – in diesem Fall die KI – kämpft, verbildlicht als Steinschlag im Fenster, aus welchem ein Binärcode für „FOSBOS Wasserburg“ rieselt. Auf der rechten Seite ist die Silhouette von Wasserburg zu sehen, davor das Schriftzeichen FOS/BOS sowie eine Kombination der Logos von FOSBOS und Berufsschule/Technikerschule, somit Symbol für das Schulzentrum. An der Schrift lehnt ein lesender Junge, welcher Sinnbild ist für die Bildung, die von der FOSBOS Wasserburg vermittelt wird. Ganz rechts ist die Reminiszenz an Escher zu sehen, bei der sich Dreiecke zunächst allmählich in Vögel verwandeln und schließlich in eine regenbogenfarbige Friedenstaube, um die Ecke herum ist dann die komplett farbige Taube zu sehen.
Man sieht, die Schüler haben hier viele Themen, die die heutige Gesellschaft betreffen, aufgegriffen. Die Sorge um die KI und deren Einfluss auf die Menschheit, der „Kampf“ dagegen durch die Schule, die mit Bildung die Menschen weiterhin zu selbstständigem Denken befähigen möchte und der Wunsch nach Frieden in der Welt.
Das Ziel wurde also erreicht: Es schein fast so, als wäre Banksy selbst zu Besuch an der FOSBOS Wasserburg gewesen. Diesmal waren die Künstler nur nicht heimlich und unerkannt unterwegs, sondern freuten sich über das Lob ihrer Lehrkräfte.
Artikel: Ingeborg Huber, Pressebeauftragte
Fotos : Wibke Miersch-Török




