Wasserburg/Garching – Gleich zwei Exkursionen führten Schülerinnen und Schüler unserer Klassen 13Ta und 13Tz im April 2026 an den Forschungscampus Garching – und boten dabei eindrucksvolle Einblicke in aktuelle physikalische Spitzenforschung. Sowohl der Besuch im PhotonLab als auch die Exkursion zur Forschungs-Neutronenquelle der Technischen Universität München verbanden theoretisches Wissen aus dem Unterricht mit praktischen Anwendungen auf höchstem wissenschaftlichem Niveau.

Den Auftakt bildete am 21. April der Besuch des PhotonLab, eines Schülerlabors am Max-Planck-Institut für Quantenoptik. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler zunächst eine fundierte Einführung in die Grundlagen moderner Lasertechnik. Im Zentrum standen ultrakurze Lichtimpulse sowie deren Erzeugung und vielfältige Einsatzmöglichkeiten in Wissenschaft und Technik. Besonders eindrucksvoll war dabei der Bezug zur aktuellen Forschung: Die Arbeiten rund um sogenannte Attosekundenlaser, für die Forschende des Instituts 2023 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden, ermöglichen es, Elektronenbewegungen in Atomen nahezu in Echtzeit sichtbar zu machen – ein Meilenstein für die Grundlagenforschung.

Im Anschluss konnten die Schülerinnen und Schüler selbst experimentieren. Sie untersuchten unter anderem, ob eine Holopyramide tatsächlich ein Hologramm darstellt, bestimmten die Dicke eines menschlichen Haares mithilfe optischer Methoden und analysierten Unterschiede zwischen verschiedenen Lichtquellen. Auch alltagsnahe Fragestellungen, wie der experimentelle Nachweis des Zuckergehalts von Cola, wurden bearbeitet. Die im Unterricht erarbeiteten theoretischen Grundlagen konnten so direkt angewendet und vertieft werden – ein Transfer, der maßgeblich zum nachhaltigen Verständnis beitrug.

Nur wenige Tage später, am 30. April, folgte eine weitere Exkursion: Die Schülerinnen und Schüler besuchten die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der Technischen Universität München. Gerade in der intensiven Phase der Abiturvorbereitung stellte dieser Ausflug eine willkommene Abwechslung dar, ohne dabei an fachlicher Tiefe zu verlieren.

Zu Beginn erhielten die Teilnehmenden von der Besuchertribüne aus einen direkten Blick auf den Reaktorblock. Anschaulich wurde erklärt, wie durch Kernspaltung Neutronen freigesetzt werden, die anschließend für unterschiedlichste Forschungszwecke genutzt werden. Die komplexen physikalischen Prozesse wurden verständlich vermittelt und ermöglichten einen fundierten Einblick in die Funktionsweise moderner Neutronenquellen.

In der anschließenden Führung durch die Experimentierhalle konnten verschiedene Forschungsanlagen aus nächster Nähe betrachtet werden. Besonders hervorzuheben war das Projekt „Antares“, ein Verfahren der Neutronentomographie, mit dem sich Materialien zerstörungsfrei untersuchen lassen. Selbst feinste innere Strukturen werden so sichtbar gemacht – eine Methode mit großer Bedeutung für Industrie und Wissenschaft. Ein weiteres Highlight war die Besichtigung der Positronenquelle „Nepomuk“, mit deren Hilfe kleinste Materialdefekte nachgewiesen werden können. Solche Verfahren spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Qualitätskontrolle moderner Werkstoffe.

Nach dem anspruchsvollen Programm ließ die Gruppe den Tag bei einem gemeinsamen Mittagessen ausklingen. Für einen ungewöhnlichen, aber umso unterhaltsameren Abschluss sorgte die Parabelrutsche auf dem Gelände der Universität, die von den Schülerinnen und Schülern mit großer Begeisterung genutzt wurde.

Beide Exkursionen zeigten eindrucksvoll, wie eng schulische Inhalte mit aktueller Forschung verknüpft sind. Sie boten nicht nur eine wertvolle Ergänzung zum Unterricht, sondern auch neue Motivation in einer entscheidenden Phase der Schullaufbahn. Der direkte Einblick in reale Forschungsumgebungen machte deutlich, welche Perspektiven naturwissenschaftliche Bildung eröffnen kann – und hinterließ bei den Teilnehmenden nachhaltige Eindrücke.

Artikel und Fotos: Simon Stechl